Die grausige Geschichte vom Döbriacher Bauernaufstand
Der sagenhafte Domitian
Der Döbriacher Jungfernsprung
Der Döbriacher Lachsenkrieg
Der "Wilde Mann Stein"

Die gar grausige Geschichte von Döbriacher Bauernaufstand

Die Jesuiten in Millstatt brauchten Geld, sehr viel Geld. Die barocke Ausschmückung ihrer sakralen Bauten und die gründliche Renovierung der Millstätter Residenz hatten viele tausend Gulden gekostet. Außerdem war Millstatt während des 30jährigen Krieges ein begehrtes Asyl für solche Jesuiten, die aus den vom Kriege bedrohten Ländern fluchten mußten. Doch auch der Pater Rektor in Graz verlangte alljährlich seinen Tribut aus den Kärntner Besitzungen. Einen großen Teil dieses Geldes mußten die Untertanen zwischen Lieser und Turrach aufbringen. Die Jesuiten haben deshalb ihre grundherrlichen Rechte bedeutend strenger ausgenützt, als dies ihre Vorgänger getan. Das Los der Bauern war ja schon in den letzten Jahrzehnten der Benediktinerherrschaft etwas milder geworden. Die Verwalter am Auslauf der Periode der St.-Georgs-Ritter hatten die herrschaftlichen Zügel noch lockerer werden lassen. Die Bauern der Millstätter Herrschaft nahmen diese Erleichterungen anfangs dankbar hin, betrachteten sie aber bald als selbstverständlichen Zustand.

Als daher die Jesuiten, die auch ausgezeichnet zu wirtschaften verstanden, die Zügel wieder straffer anspannten, wurden die Bauern bald verbittert. Sie begannen darüber zu murren, zu fluchen und sagten den neuen Grundherren nichts Gutes nach. Die Jesuiten verlangten wieder mehr an Geld, Zehent und Robot, blieben aber gerade noch in den Grenzen der gesetzlich erlaubten Forderungen. Das bereits vom Benediktinerabt Christoph I. gewährte Kauf- und Erbrecht hoben die Jesuiten wieder auf und setzten an seine Stelle das ehemalige Heimfallsrecht. So konnten sie beim Tode eines Bauern wieder beliebige Personen mit dem Hof belehnen und dafür bedeutende Gebühren einheben. Solche und ähnliche Maßnahmen, durch welche die Bauern immer mehr finanziell beansprucht wurden, empfanden diese mit der Zeit als bittere Last.

Schließlich entlud sich die Wut der Bauern in einem unseligen Aufstand gegen das "Kloster". - Der Millstätter Bauernaufstand anno 1737 hat keinerlei religiöse Ursachen, wie manchmal behauptet wird. Er richtete sich nicht gegen die Jesuiten als Verfechter des katholischen Glaubens. Der Aufstand war vielmehr ein Kampf der Untertanen gegen ihre Grundherren, die den Bogen ihrer Forderungen überspannten. Den unmittelbaren Anlaß zum gefährlichen Aufruhr gaben folgende, beinahe lächerliche Beschwerdepunkte:

1. Die Lieferung des Hofochsen: Die Untertanen waren verpflichtet, wöchentlich einen zweieinhalb Zentner schweren Ochsen in das Stift zu liefern. Schon seit geraumer Zeit, vermutlich weil die Patres nicht jede Woche einen ganzen Ochsen verzehren konnten, wurde jeder zweite Ochse mit sechs Gulden abgelöst. Die Bauern wollten nun diesen Ablösungsbetrag nicht mehr bezahlen und nur alle 14 Tage ihren Hofochsen liefern. Auch wegen der Berechnung von Fleisch, Haut, Fett usw., wenn der Ochse mehr oder weniger als zweieinhalb Zentner wog, gab es laufend Meinungsverschiedenheiten.

2. Die Viehmautgelder bei Märkten und die Stand- gelder in Radenthein waren zu hoch bemessen.

3. Die kaiserliche Fleischtaz - eine Schlachtsteuer - sollte nicht mehr mit 1 Gulden 8 Kreuzer je Hube, sondern nach Landtagsbeschluß eingehoben werden.

4. Bei der Ablieferung des Zehentgetreides verlangten die Jesuiten ein Übermaß, und wenn "gestrichen" abgemessen wurde, die Draufgabe von einem halben Maßel beim schweren und einem ganzen Maßel bei leichterem Getreide.

5. Die Holzrobot war ebenfalls zu hoch. Statt 11, 12 und 13 Klafter wurden 16 Klafter von jeder Hube gefordert.

6. Für den Speck wollten die Bauern nur die gewöhnliche Landtaz, nämlich von der ganzen Hube 3 Kreuzer, von der halben 2, von der Keusche 1 Kreuzer bezahlen.

Auch gegen das "Tridirecht" der Gerichtsdiener wurde allseits geklagt. Dieses Recht bestand darin, daß der Gerichtsdiener aus der Verlassenschaft des Verstorbenen eine Truhe öffnen und sich vom Inhalt ein Stück aneignen durfte. Bereits 1735 unternehmen die Bauern die ersten formalen Schritte wegen der zu hohen Lasten. Weil die Bittschrift, die eine Bauernabordnung dem in Klagenfurt weilenden Kaiser Karl Vl. übergab, ohne Erfolg geblieben war, wandten sich mehrere Bauern an den damaligen Landeshauptmann Johann Anton von Goess. Dieser verwies sie an den Klagenfurter Rechtsanwalt Dr. Plaßge, der die Millstätter Herrschaft bei der innerösterreichischen Regierung klagen möge. Dr. Plaßge verfaßte hierauf ein "Memorial" und sandte es an die Regierung nach Wien.

1736 kam der neue Rektor der Grazer Universität, Graf Sigismund Lichtenberg, selbst nach Millstatt, um mit seinen Bauern, die bereits damals öfter geheime Zusammenkünfte hatten, über deren Beschwerden zu verhandeln. Weil es dabei zu keiner Einigung kam, schickten die Bauern der Herrschaft Millstatt eine Abordnung zum Kaiser nach Wien. Matthias Oberherzog vom Kaninger Lehen bei Seeboden machte sich in Wien zum Sprecher der unterdrückten Bauern. Direkt, beim Kaiser in der Hofburg kamen aber die müden Wanderer vom Millstätter See nicht vor, denn zu viele Bittsteller aus allen Teilen der großen Monarchie warteten auf eine Audienz beim Herrscher. Die Millstätter Bauern machten vielmehr in der Wiener Hofburg die folgenschwere Bekanntschaft eines gewissen Johann Paul Zopf, eines Winkeladvokaten, der sich in den kaiserlichen Räumen mit den Wartenden beschäftigte und ihnen gegen ein Trinkgeld gern Auskünfte erteilte. Bei der Millstätter Abordnung witterte Paul Zopf ein Geschäft, darum bestellte er die Bauern für den Abend in eine benachbarte Schenke, wo er sich alles haargenau erzählen ließ, was sich in den letzten Jahren zwischen Lieser und Turrach ereignet hatte. Der geriebene Gauner versprach den Bauern, ihre Sorgen dem Kaiser persönlich vorzutragen und mit der Entscheidung seiner Majestät selbst nach Millstatt zu kommen. Matthias Oberherzog glaubte sein Anliegen in besten Händen, und getrost traten die Bauern nach kurzem Schlaf am nächsten Morgen den weiten Heimweg nach Kärnten an.

Der Wiener Winkeladvokat und Erzgauner Paul Zopf kam im Herbst 1737 tatsächlich nach Kärnten, suchte am 22. Oktober Matthias Oberherzog und Georg Thomas, den Wirt zu Dellach am Millstätter See, auf und begab sich mit noch etlichen Bauern zu Dr. Plaßge nach Klagenfurt, wo er bereits ganz offen von der Austreibung der Jesuiten sprach. Die beiden Bauernvertreter waren rasch hiefür gewonnen. Am 1. November 1737 gab es beim Thomas in Dellach, dem gegenwärtigen Gasthof Brugger, eine große Bauernversammlung. Hier stellte sich Paul Zopf als kaiserlicher Kommissarius vor und zeigte den Bauern ein von ihm selbst verfaßtes "kaiserliches Mandat" mit der gefälschten Unterschrift Kaiser Karls Vl. und mit einem daran gehängten großen, gefälschten Siegel. In der Schriftrolle stand geschrieben, daß der Kaiser den Bauern erlaube, die Jesuiten mit Gewalt aus Millstatt zu vertreiben, sollten sie das Stift nicht gutwillig verlassen.

Gleich für den nächsten Tag wurde die große und vermeintlich vom Kaiser erlaubte Aktion beschlossen. Noch während der Nacht eilten die Boten von Haus zu Haus und forderten die Bauern vom Millstätter Berg, in der Radentheiner Gegend und im Amt Kleinkirchheim zum offenen Kampf gegen ihre geistlichen Herren in Millstatt auf. Ein folgenschweres Geschehen war ins Rollen gekommen. Im Laufe des 2. November 1737 bewaffenten sich die Bauern mit Dreschflegeln, Morgensternen, mit Hacken und Sapinen, und abends um 18 Uhr zogen etwa 300 an der Zahl nach Millstatt. Die Tore der Residenz waren zwar verrammelt, denn die Jesuiten hatten Nachricht erhalten, daß Gefahr im Anzug sei. Die wütenden Bauern aber hatten das Stift in wenigen Minuten erstürmt. Sie besetzten die Tore und Gänge, steckten den Stadel des verhaßten Hofrichters Mohr von Mohrenfeld in Brand und mißhandelten den Superior, den Amtmann und etliche Jesuiten. Einige Patres entkamen aber nach kurzer Gefangenschaft und eilten nach Spittal, wo ihnen Fürst Hannibal Alphons von Porcia sofortige Hilfe versprach. Am 3. November wurde im Stift nach Herzenslust geplündert. Die Keller wurden erbrochen, die Weinfässer eingeschlagen, und man trank weit über den Durst. In diesem tollen Wirbel, in dem keiner auf den anderen achtete, nahm Paul Zopf die Hauptkasse mit 3000 Gulden an sich und suchte das Weite. Auch Matthias Oberherzog hatte eine Geldkasse erbeutet und im nahen Wald versteckt. Dies hatte ein flüchtiger Pater bemerkt und davon in Spittal erzählt. Von dort rückten nun am 4. November 20 bewaffnete Bürger nach Millstatt vor, gruben zuerst die geraubte Kasse im Walde aus, überfielen die im Millstätter Schlosse berauschten Bauern und besetzten die Residenz.

Als am nächsten Morgen die Bauern ihren Weinrausch ausgeschlafen hatten, wollten sie sich neuerdings in den Besitz des Schlosses setzen. Doch es war zu spät. 200 bewaffnete Bauern aus Ebene Reichenau - allzeit getreue Diener ihrer geistlichen Herren, weil man sie bei ihrem einträglichen Salzschmuggel aus dem Lungau in Ruhe ließ - und weitere 50 Bürger aus Spittal rückten heran, welche die Rebellen vollständig einschüchterten. 20 Bauern wurden sofort als Gefangene nach Spittal geführt. Was war nun inzwischen mit Paul Zopf, dem Anstifter des Aufruhrs geschehen? - Als er die gefüllte Jesuitenkasse unter seinem Mantel verborgen hatte, war er auf seinem Pferd über Radenthein nach Kleinkirchheim geritten, um unerkannt nach Wien zu entkommen. Der Trattlerwirt in Kleinkirchheim, der den Beginn des Aufstandes in Millstatt mitgemacht, aber bald die wahren Absichten des "kaiserlichen Kommissarius" durchschaut hatte, und daher heimgekehrt war, erkannte Paul Zopf wieder, als er dort um ein Glas Wein anhielt. Er verständigte sofort den Landrichter Ganserer im dortigen Amtshaus. Dieser verhaftete mit einigen Amtsdienern Paul Zopf kurzerhand und brachte ihn nach Millstatt zurück.

In der "Paul-Zopf-Stube" des Hotels "Trattlerhof" in Bad Kleinkirchheim hängt ein vergilbtes Gemälde, das die kurze und für den Gauner Paul Zopf so verhängnisvolle Rast vor dem Trattlerwirt darstellt.

In der zweiten Novemberwoche war es in Millstatt wieder still geworden und die Patres kehrten in ihre Residenz zurück. Für die gesamte Bevölkerung war jedoch der folgende Winter eine bedrückende Zeit. Es lag etwas in der Luft, doch keiner wußte es zu deuten. Das eine aber munkelte man immer öfter: diesem mißlungenen Aufstand müsse eine Strafe folgen. Der Aufruhr löste einen Kriminalprozeß und Zivilprozeß von unglaublicher Tragweite aus. Die Regierung befürchtete, daß mit dem Eintreffen der Kriminalkommission ein neuer Volksaufstand ausbrechen könnte. Darum wurden knapp vor Weihnachten 1737 400 Soldaten unter dem Kommando von Oberst Kheull, zum größten Teil Kroaten, in die Bauernhäuser am Millstätter Berg einquartiert. Sie blieben etwa eineinhalb Jahre in dieser Gegend und mußten von den-Bauern mit allem versorgt werden.

Am 22. Juni 1738 begann die Strafgerichtskommission ihre Arbeit in Millstatt. Damit war der erwartete Kriminalprozeß ins Rollen gekommen. Nach erfolgter Voruntersuchung setzte die Kommission ihre Tätigkeit in Klagenfurt fort. Insgesamt wurden 300 Millstätter Untertanen aus den verschiedenen Dörfern dorthin zum Verhör geladen. Sie waren dort auf Kosten der Herrschaft in den städtischen Arresten eingesperrt und nach erfolgtem Verhör wieder in die Heimat entlassen worden. Das Schlußurteil enthielt eine kurze Zusammenfassung des Tatbestandes, eine genaue Angabe der Rädelsführer und die Strafbestimmungen. Die Anklage lautete auf Landfriedensbruch, Raub, Gewalttätigkeit und Brandstiftung. Darum bezeichnete die Gerichtskommission den Aufstand als Kriminalverbrechen und fällte folgendes Urteil:

1. Der Georg Thomas zu Dellach werde als vorsätzlicher Urheber des Aufstandes und weil in seinem Hause die Bauern zum Aufstand aufgefordert worden sind, dem geschworenen Freymann übergeben, welcher denselben wohl verwahrten auf die Richtstätte führen, alldorten mit dem Schwert vom Leben zum Tode hinrichten, sodann dessen Kopf bei seinem Haus nächst der ordentlichen Straße an eine gemauerte Säulen mit eisernem Gitter verwahrter aufgesteckt werden soll. Gott sei gnädig seiner armen Seelen!

2. Paul Zopf, der sich als Fremder in diesen sträflichen Handel eingemischt, die Millstätter Untertanen aufgehetzt, sich fälschlich als kaiserlicher Kommissarius ausgegeben, einen falschen Befehl mit des Kaisers Namen und Siegel versehen, beim Einfall in das Stift gewalttätige Erbrechungen machte, wird ebenfalls in Millstatt öffentlich hingerichtet.

3. Auch Matthias Oberherzog hat als einer der Anführer des Aufstandes mit seinem Leben dafür zu büßen; auch er ist dem Freymann zu übergeben.

4. Sieben Bauern werden zu zehnjähriger Festungshaft oder Arbeit in einer Berggrube mit darauffolgender Verbannung von allen deutschen Erblanden verurteilt.

5. Fünf Bauern erhalten fünfjährige Festungshaft oder Berggrubenstrafe mit ewiger Verbannung.

6. Vierzehn Bauern erhalten dreijährige Festungs- oder Berggrubenstrafe mit ewiger Verbannung.

7. Jakob Unterdischner, weil er sich als Ansag zu dem verübten Aufstand und Haltung der Wacht in der Residenz Millstatt hat gebrauchen lassen, beinebst dem Pater Superior mit Ziehung an der Nase schwerlich unjuriiert hat, erhält vier Monate in Eisen beim Landgericht Millstatt.

8. 169 Personen, darunter auch Weiber und Knechte, haben neuerlich ihrer Herrschaft Treue und Gehorsam zu schwören und haben die Kosten des Kriminalprozesses zu zahlen und den zugefügten Schaden zu ersetzen.

9. Herr Trattler, weil er dem Landrichter zu Kirchheim den flüchtigen Paul Zopf angezeigt und das geraubte Geld von 1 Gulden 50 Kreuzer freiwillig zurückgebracht hat und weil durch ihn auch die von Paul Zopf geraubte Geldsumme wieder in die Hände der Jesuiten gekommen ist, ist aller Strafe ledig.

10. 43 Personen, welche nur zufällig zum Aufstand gekommen und das geraubte Geld freiwillig zurückgetragen haben, werden absolviert, da sie durch den bisherigen "Soldaten beytrag vüles abgebueßet haben".

11. Josef Obermann und Georg Wernsperg werden absolviert, weil ihrer Teilnahme am Aufstand keine Absicht, sondern nur eine dazu Anlaß gebende große Einfalt zugrunde lag.

12. Der Advokat Dr. Plaßge, der wegen der über das Los der Bauern verfaßten Beschwerdeschrift an die innerösterreichische Regierung unschuldig in diesen Monsterprozeß hineingezogen worden war, wurde zu einer Geldstrafe von 1000 Gulden verurteilt und durfte seinen Beruf als "Advocatus" nicht mehr ausüben.

Am 16., 20., 21. und 22. März 1739 fanden die "Executionen" statt. Die Untertanen aus dem ganzen Herrschaftsbereich wurden nach Millstatt verpflichtet, um Zeugen der Vollstreckung eines Bluturteils zu sein, das die Bevölkerung vor einem neuen Aufruhr abschrecken sollte. Von der ehrwürdigen Stiftskirche läutete das Armensünderglöckchen, als der kaiserliche Freymann Ludwig Pölzl, gehüllt in seinen blutroten Mantel, ein grausames Urteil vollstrecken mußte. Drei Köpfe rollten auf der Richtstatt in den Sand. Doch diese Köpfe sollten keine Ruhe finden. Der Kopf des Johann Paul Zopf kam als abschreckende Warnung an der Straße nach Spittal in "ein gemauert Säulen". Noch in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts zeigte man dort eine Nische, die durch ein rostiges Gitter verschlossen war. Erst durch Sprengungsarbeiten, die zur Verbreiterung der Straße notwendig wurden, verschwand auch jener "Zopfen-Kopf" an der belebten Uferstraße. Das Haupt des Georg Thomas wurde in eine vergitterte Mauernische vor sein eigenes Haus in Dellach gesetzt. 26 Bauern wurden des Landes verwiesen. Ihre Namen wurden vor dem versammelten Volk in Millstatt verlesen. In der alten Türkenfestung Karlstadt in Kroatien mußten sie schanzen, schwitzen und hungern, bis ihnen der Tod das Werkzeug aus den Händen nahm. Den Abschluß des schaurigen Geschehens in Millstatt bildete der neue Untertaneneid, den 169 Personen mit zitternden Fingern schwuren.

Die Bauern der Herrschaft Millstatt konnten sich von jener schweren Schlappe lange nicht erholen. Wortkarg und mit grollender Miene gingen sie weiterhin Tag für Tag ihrer schweren Arbeit nach.

Aus "Matthias Maierbrugger - Urlaub am Millstätter See", Verlag Johannes Heyn Klagenfurt 1977.