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Schatzsuche in der Granatschlucht

Verjüngungskur im Hoochmoor


Auf "Schatzsuche" in der Granatschlucht

"Wer den Weg in die
Nocke findet und die
`goldene Stunde` nicht
versäumt, dem tut sich
der Berg auf und der `Freimann` tritt als
Jäger ihm entgegen.

Keck muß der
Schatzsucher nach einer
Geheimformel sogleich
fragen: `Bist du der gute
Geist Karolus?`

Dann öffnet sich der
Berg mit Gold- und
Karfunkel- Granaten..."
Radentheiner "böhmischer" Granat:


Nur wenige Autominuten entfernt befindet sich die Radentheiner Granatschlucht. Hier findet man die rotbraun funkelnden Granate, die auch Almandine genannt werden. Früher hieß der Granat “Karfunkelstein”. Damals wurde er hier auf der Millstätter Alpe in großem Stile abgebaut und zur Verarbeitung nach Böhmen geliefert. (Deshalb gelangte der Stein auch als “böhmischer “ anstatt als “kärntner” Granat zu Berühmtheit.)

Die kleine Wanderung führt uns durch die Radentheiner Granatschlucht entlang des Kaninger Baches vorbei an den alten Stollen zu den so reichhaltigen Fundstätten, daß garantiert jeder einen Edelstein mit nach Hause nimmt.

Am Abend trifft man sich dann wieder, um die Fundstücke auf der Restaurant-Terrasse zu schleifen und zu polieren. Wer will, kann seinen Granat auch von Herrn Burgstaller in eine Gold- oder Silberfassung einarbeiten lassen, um ihn als Ohrstecker, Kette oder Brosche als Schmuckstück zu tragen.


Wappen unserer Stadtgemeinde Radenthein mit dem leuchtenden Granat

Granat-Fakten:

Granate haben ihren Namen vom lateinischen graunum erhalten, das Korn heißt, weil der Granat kornförmig im Muttergestein vorkommt.
Granate waren im Altertum die bedeutendsten Schmucksteine neben dem Karneol.
Im frühen Mittelalter wurde er Karfunkel genannt (carbunculus alabandicus), vom lateinischen carbo (Kohle) kommend, weil er laut Plinius glühe wie brennende Kohle. Auch Agricola zählt den schwarzbraunen Granat zu den Karfunkeln. Diese Abart hieß einmal alabanischer Stein und heißt jetzt Almandin.
Albertus Magnus verwendete erstmals statt Karfunkel das Wort Granat.

 

Der dunkelbraunrote Almandin, leicht violett, (Eisen - Aluminium - Silikat) kommt in Obergurgl im Ötztal und am Laufenberg, Millstätter Alpe vor, aber auch in Indien, Ceylon und Madagaskar.
Granate sind Rhombendodekaeder und dadurch von Rubinen zu unterscheiden.

Die Auffassung, daß der Granat die Seelenkraft des Trägers stärke, sein Herz und Gemüt beruhige und die Würde betone, geht bis ins frühe Mittelalter zurück.


Die alten Radentheiner Granatstollen

Härtegrade:
Ausgehend, ob ein Material ein anderes ritzt oder aber geritzt wird, hat Glas den Härtegrad 5, wird als vom Granat , der selbst 7,5 hat, geritzt. (Silber=3, Serpentin=4, Platin, Magnesit=4,5, Eisen=5). Härter als der Granat sind Topas, Beryll, Spinell, Korund und Diamant (8 bis 10).


"Mugelmühlen" zum Schleifen tropfenförmiger Granate

Weitere Granatarten:
Roter, böhmischer Granat oder Pyrop,
grüner, sibirischer Uwarowit,
rosa amerikanischer Rodolith,
schwarzer Melanit,
gelbgrüner Demantoid oder Andradit,
rot-oranger Spessartin,
grüner Grossular.


"Händisches" Schleifen zur Herstellung "kantiger" Granate

Man kann wertvolle Edelsteine künstlich herstellen, mit gleicher chemischer Zusammensetzung, Dichte, Härte und Lichtbrechung. So gibt es synthetische Diamanten, Korund, Turmalin, Aquamarin und Smaragde. Den Granat kann man nicht künstlich herstellen! Nachgemachte Stücke sind rubinhell und erreichen nicht den tief-rot-fettigen Glanz.


Fertiger in Böhmen aus Radentheiner Granaten hergestellter Schmuck

Man kann ihn auch nicht in der Farbe verändern wie den Rauchquarz, Achat, Ametyst und Aquamarin. Laut Plinius jedoch gleißen "Carbunculi" strahlend, wenn man sie 14 Tage in Essigsäure beizt oder in Honig kocht.


"Im Rosennock ist eine riesige Halle, getragen von vier Säulen. Dort steht ein Thron aus Gold und Granaten, auf dem
der alte Kaiser sitzt. Er und seine Krieger schlafen, bis die Heimat in Gefahr ist. Dann kommen sie zu Hilfe. Wer die von Karfunkeln erleuchtete Halle betritt, erblindet und kehrt nie mehr zurück..."